With the new L’Heure Bleue, I could still make an argument: A major house has to evolve. It needs new customers, new ideas, perhaps even a new fragrance language. You do not have to like every modernization to understand its necessity.
After testing Coco Mademoiselle Crush, extending this generosity is considerably harder for me.
The opening: grapefruit. Alongside it, an entire basket of other fruits that I do not even want to identify more precisely, because on my skin they smell less like specific fruit than like an abstract idea of "fruity, fresh, young". Everything is bright, juicy, immediate and calibrated for maximum appeal.
All right. Let us wait and see.
Unfortunately, it does not get better.
Because after that, a veritable sea of something I perceive primarily as Ambroxan opens up on my skin - or at least that modern, diffuse woody-ambery synthetic note that now courses through countless new releases. Radiant, expansive, long-lasting and, to my nose, eventually above all exhausting.
And I keep asking myself: Where is Chanel, exactly?
More to the point: Where is Coco Mademoiselle?
There is no need to declare the original sacrosanct. After all, in 2001 Coco Mademoiselle was not a nostalgic fragrance, but an exceptionally contemporary perfume. But it had a recognizable signature. This combination of luminous citrus freshness, rose, patchouli and a certain dry, elegant austerity produced something one could recognize. It was commercial, very much so, without smelling completely generic.
With Crush, I search for this DNA and can barely find it anymore.
Of course I understand what is happening here. A new generation of female buyers is to be addressed. The fragrance has to work immediately, project, smell modern and probably make an impression within the first seconds of testing it at the counter. From an economic perspective, there is little to object to here.
But does one really have to pander to this extent?
That is precisely my problem with Crush. Not that the fragrance smells young. Not that it is synthetic. And certainly not that Chanel wants to sell something. Chanel has always wanted to sell perfume.
What bothers me is the interchangeability.
If you removed the name from the bottle and gave me Crush blind on a test strip, I probably would not have thought I was smelling a new Coco-Mademoiselle fragrance. Perhaps not even a Chanel.
And I find that remarkable.
A house like Chanel possesses something countless other brands can only dream of: its own olfactory history, a recognizable aesthetic, a vast fragrance archive. Precisely for that reason, it does not need to chase current trends. It could interpret them.
To me, Crush instead smells as though someone had observed very carefully what currently works : fruits, radiance, synthetic amberwoods, enormous presence .... -
and then stuck the Chanel label on it.
Perhaps this will become a bestseller. That would not even surprise me.
But I sit here shaking my head.
Not because I am too old for Crush.
But because Chanel really ought to be better than this.
Dein letzter Satz trifft es genau. Das alte Coco ist immer noch eines meiner liebsten. Schon die alten Mademoiselles haben mich damals etwas enttäuscht. Und dieses hier kann ich dann definitiv auslassen...
"Ein Haus wie Chanel besitzt etwas, wovon zahllose andere Marken nur träumen können: eine eigene olfaktorische Geschichte, eine erkennbare Ästhetik, ein riesiges Duftarchiv. Gerade deshalb muss es aktuellen Trends nicht hinterherlaufen. Es könnte sie interpretieren." … trifft es bestens…mit LES EXCLUSIFS haben sie's ja noch gut hinbekommen, denke ich an 31 Rue Cambon, Nr 18, Sycomore… naja, auch schon wieder 20 Jahre her
Eben. In diesen 20 Jahren hat sich in der Parfumwelt so viel Entscheidendes verändert. So einen Duft wie 31 Rue Cambon würde man heute wohl nicht mehr lancieren.
Du hast ausformuliert was ich fühle während ich Crush Absolu teste. Wo ist das Chanel? Warum duftet das so undifferenziert wie die drölfzig anderen Designer Banger in den Parfümerie Regalen? Nach 2 mühsamen Stunden erreiche ich zwar endlich die übliche Chanel DNA, finde allerdings Crush Absolu hat das Chanel Etikett nicht wirklich verdient -weil er bis dahin so unglaublich austauschbar und beliebig ist.
Ich zähle schon lange nicht mehr, was das Haus an uninspirierten Düften hreausschleudert.
Traurig, wie eine tragende Säule zum Einsturz gebracht wird.
Ich bin auch entsetzt vom Duft hier.
Heute muss alles "One-Second-Wow" sein. Wer hat den bitte noch Zeit und Geduld eine (Duft-)Entwicklung abzuwarten oder (noch verrückter) einen Duft "verstehen" zu wollen...???
Entweder BÄMM oder Next One Please.
Its the Zeitgeist, Baby ;-)
Gerade wenn du bei dem hier länger wartest, wird es schlimm...- in der Kopfnote geht's ja sogar noch, falls du Grapefruit magst. Aber diese Basis...die ist wirklich the Zeitgeist!
Wenn Häuser wie CHANEL ihren Stil verraten, dann ist das wirklich enttäuschend für ihre treue Kundschaft. CHANEL wird den Markt sehr gut analysiert haben, bevor sie Crush auf die Menschheit losgelassen haben. Vielleicht schießen sie sich damit aber auch ein Eigentor.
@Gold@Precious
Ich kann mir beides vorstellen. Merken die Kunden erstmal den Verlust der Qualität, die sie gewohnt sind, kann der gute Ruf auch ganz schnell dahin sein. Vor allem, wenn das nicht der einzige „Ausrutscher“ dieser Art bleibt. Schlimmer geht’s fast schon nimmer.
Viel Wahres zu einer Marke ausgesprochen, die es besser wissen müsste. Dem Zeitgeist hinterherzuhecheln steht irgendwie keiner (bekannteren) Marke sonderlich gut zu Gesicht, zumal die Abnutzungserscheinungen offenkundig sind. Man kann den austauschbaren Nukleus bei all den vielen Kopfnotenblendern da draußen nicht mehr riechen. Das Original und einen Flanker mag ich immer noch sehr gern. Wirklich schöne Rezension.
Ich stimme dir hier fast komplett zu. Ich würde sogar sagen, dass man seit den Gabrielle-Düften eine Chanel-Handschrift bzw. -Qualität in ihren populären Reihen nicht mehr erkennt. Die waren schon absolut dem Massengeschmack anheim gefallen. Insofern ist dieser Duft nur das Ergebnis einer konsequenten Entwicklung, die sicherlich so weiter gehen wird. Man kann nur hoffen, dass die Les Exclusifs von dieser Entwicklung verschont bleiben. Mir ist dieser hier deutlich zu süß. Auch eine Entwicklung der letzten Jahre, dass die Kopfnoten die Düfte zunehmend dominieren. Die Amberwoods finde ich hier noch angenehm zurückhaltend eingesetzt, dass ist ein kleiner Unterschied zu deiner Wahrnehmung. Und das rechne ich Chanel hier etwas an, dass sie diesbezüglich Anstand walten lassen. Aber er ist insgesamt leider völlig austauschbar. Sehr gern gelesene, kontextreiche Rezension!
Interessant, lieber Parma, dass du hier die holzigen Synthetiknoten sogar weniger wahrnimmst. Manche sagen, es sei Ambrocenoid...ich weiß es nicht, dachte eher an Ambroxan. Gabrielle hat mir übrigens auch schon nicht besonders gefallen, aber der hat ja noch Persönlichkeit im Gegensatz zu Crush.
Ich denke, genau das sind auch die Gedanken dahinter. Die klassischen Chanels werden kaum noch die jüngeren und somit treuen Kundinnen der nächsten Jahrzehnte ansprechen. Von daher werden solche Düfte die Zukunft von Chanel sichern. Abgesehen davon klingt mir das alles viel zu sehr nach Kirke und Erba Pura 😭 und wird somit bäh für mich sein. 🤢
Chanel hat offenbar angst, dass ihnen das Publikum für wertige, zeitlose Kreationen ausstirbt. Ein McDonald's Spielplatz für die zukünftigen Käufer.. wenn sie sich da mal nicht verzocken. Die Konkurrenz auf dem Sektor ist riesig und billig. Und nicht viele von den Kids werden wert darauf legen, auch mal einen Duft von Chanel im Haus zu haben,
Ich kann dem leider nur zustimmen und ich muss sagen, es macht mich richtig traurig und auch ein bisschen wütend (hat Chanel es wirklich nötig, Mainstream hier zufriedenzustellen).
Ich kann Dir hier nur zustimmen. Ich habe den Duft vor ein paar Tagen getestet und war sehr ernüchtert. Schlimm finde ich ihn nicht, aber so "unchanellig" und zeitgeistig-gesichtslos, daß er von jeder beliebigen Marke stammen könnte.
Die Ur-Mademoiselle ist ein schöner, warmer und eleganter Orangen-Patchouli, der trotz einer gewissen Striktheit für gute Laune sorgt. Mit diesem Duft tut Chanel sich keinen Gefallen, auch wenn er seine Anhängerschaft finden wird.
Danke für deine Worte.
Mich hat dieser Duft wirklich überrascht. Als hätte mich Herr Polge entgegen aller Erwartungen mit „Ey, Brudi, checkst du?“ angesprochen.
Zweimal las ich und bin einfach fassungslos!
Es ist bekannt, dass ich meine Probleme mit der Marke Chanel habe, aber das?
Sind neue Kunden und durch diese hohe Verkaufszahlen wirklich alles?
Bin ich froh, dass es Dich gibt und ich weiß: Das ist nichts für mich!
Selten so enttäuscht 😞 gewesen...Coromandel und Le Lion mag ich auch!!! Mittlerweile sind viele Releases aus den Mainstream-Abteilungen sehr verzichtbar.
Traurig, wie eine tragende Säule zum Einsturz gebracht wird.
Ich bin auch entsetzt vom Duft hier.
Entweder BÄMM oder Next One Please.
Its the Zeitgeist, Baby ;-)
Ich kann mir beides vorstellen. Merken die Kunden erstmal den Verlust der Qualität, die sie gewohnt sind, kann der gute Ruf auch ganz schnell dahin sein. Vor allem, wenn das nicht der einzige „Ausrutscher“ dieser Art bleibt. Schlimmer geht’s fast schon nimmer.
fruchtiger Maltolpapp auf seltsamer Amberbase. 🫣
Die Ur-Mademoiselle ist ein schöner, warmer und eleganter Orangen-Patchouli, der trotz einer gewissen Striktheit für gute Laune sorgt. Mit diesem Duft tut Chanel sich keinen Gefallen, auch wenn er seine Anhängerschaft finden wird.
Mich hat dieser Duft wirklich überrascht. Als hätte mich Herr Polge entgegen aller Erwartungen mit „Ey, Brudi, checkst du?“ angesprochen.
Es ist bekannt, dass ich meine Probleme mit der Marke Chanel habe, aber das?
Sind neue Kunden und durch diese hohe Verkaufszahlen wirklich alles?
Bin ich froh, dass es Dich gibt und ich weiß: Das ist nichts für mich!